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Oft sind die Probleme, die viele Regionen in der Welt mit wenig Wasser haben, selbst gemacht. Führende deutsche Fachleute verweisen zur Lösung weniger auf neueste Technologien, sondern auf mutigere politische Schritte wie zum Beispiel höhere Produktionspreise und den Abbau von Subventionen für rücksichtslose luxuskonsumorienteierte Agrarpolitik.

"Natürlich brauchen wir keine Erdbeeren im Winter in Europa, deren Anbau in Regionen mit Wassermangel die ohnehin knappen Wasserressourcen weiter dezimiert", meint Dietrich Borchardt, Leiter der Aquatischen Ökosystemanalyse des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung. "Wir werden, auch wenn es unbequem sein sollte, den politischen Entscheidungsträgern, in deren Beratungskreisen wir sitzen, empfehlen, Agrarsubventionen für Luxuskonsum radikal zu kürzen", führt Borchardt im Interview mit "Journal EXTRA" aus.

"Wenn man bedenkt, dass alleine für die Herstellung einer Jeans 100 Liter Wasser verbraucht werden, müssen wir umdenken", empfiehlt der Aqua-Experte. Dieses Umdenken wird auch in Peking notwendig sein. Hier glauben die Stadtverantwortlichen mit einem riesigen Kanal die Wassermassen des Südens in den trockenen Norden der Stadt pumpen zu können. Peking ist 19 mal größer als Berlin und leidet jeweils ab Oktober eines jeden Jahres unter extremer Trockenheit. Deutsche Experten vor Ort sehen das Kanalsystem kritisch und sprechen von einer Maßnahme, die nur vorübergehend Linderung schaffen wird. Die entscheidende Frage wird sein, in welchem Umfang mangelnde Wasserressourcen der Industrialisierung und dem Wachstum geopfert werden sollen. Politiker seien mehr gefragt, als neue Technologien, sagen die Wasserexperten. Wasserentsalzungstechnik, wie man sie in Europas größter Anlage im Süden Spaniens findet, bietet eben nicht für alle Regionen der Welt eine Lösung.

Auf die in Stockholm vom 5. bis 11. September 2010 stattfindenden Weltwasswerwoche, einer internationalen Expertentagung, wird einiges zukommen an richtungsweisenden Diskussionen über Wassergewinnung und der Erhaltung von Wasserressourcen. "Journal EXTRA" blickt auf einige Lösungsansätze.

Moderation: Sandra Petersmann

Redaktion: Wolfgang Dick

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