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Full episode 26.08.09 | 19:30 - 20:00 UTC

Europa aktuell - Das Magazin aus Brüssel

Full episode

Europa aktuell - Das Magazin aus Brüssel

Topic

Belgien: Abgeordnete unterm Kopftuch

Topic

Deutschland: Kuhhandel auf der Alm

Topic

Ukraine: Bergleute haben ausgedient

Schwere Zeiten für den ukrainischen Bergbau. Die Weltwirtschaftskrise treibt die Kumpel ans Existenzminimum – und auch in die Sicherheit der Bergwerke wird nicht mehr investiert. Doch die Betreiber streichen noch immer satte Gewinne ein…

Topics

Polen: Die Kinder von Zamosc

Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall der Deutschen auf Polen. In der Region Lublin wurden die Polen aus ihren Dörfern vertrieben, um Platz für deutsche Siedler zu machen.

Im Kreis Zamosc waren über 100.000 Personen betroffen, darunter 35.000 Kinder. Von diesen wurden mehrere Tausend von ihren Eltern getrennt, nach Deutschland gebracht und dort mit einer neuen Identität zur Adoption freigegeben. Von ihnen ist kaum jemand zurückgekehrt. Die Überlebenden in Polen haben sich im Verein „Die Kinder von Zamosc“ organisiert. Sie wollen die Erinnerung an die Verbrechen wach halten.

Spanien: Villa zum Spottpreis

Die Krise hat auch den spanischen Luxusort Marbella erreicht. Immer mehr Yachten im Hafen stehen zum Verkauf, und die einst unerschwinglich teuren Villen und Eigentumswohnungen werden zum Schnäppchenpreis angeboten.

Kaufwillige werden zu regelrechten Kaffeefahrten eingeladen. Auf dieser „Tour der Pfändungen“ lässt sich die spanische Immobilienkrise noch einmal im Schnelldurchlauf erklären: Es wurde viel zu viel gebaut, oft in fragwürdiger Lage, nur durchschnittlich ausgestattet, und vor allem - viel zu teuer.

Belgien: Abgeordnete unterm Kopftuch

Sie ist die erste Frau mit einem Kopftuch in einem Parlament Europas: Mahinur Özdemir ist 26 Jahre alt, Tochter eines türkischen Gemüsehändlers im Brüsseler Einwanderer-Viertel Schaarbeek.

Im neuen Brüsseler Regionalparlament ist Mahinur Özdemir auch die jüngste Abgeordnete. Das Kopftuch hat nicht nur in Belgien die Diskussion um religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit, um Toleranz und Integrationspolitik neu entfacht. Ein Portrait über eine junge Frau, die in Belgien geboren ist und sich als Repräsentantin einer neuen selbstbewusst belgisch-muslimischen Einwanderergeneration sieht.

Deutschland: Kuhhandel auf der Alm

Peter Danks ist wohl der bekannteste Viehhirte in Bayern. Er praktiziert Basisdemokratie. Jeden Morgen lässt er die Kühe abstimmen, ob sie lieber draußen auf der Alm sein wollen oder im Stall - anti-autoritärer Hirtenstil.

Er hütet die Kühe von sieben verschiedenen Bauern. In den bayerischen Bergen gibt es derzeit so viele Rinder wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Reise auf den Berg lohnt sich für die Landwirte: Seit vergangenem Jahr zahlen EU und Landwirtschaftsministerium die sogenannte Weideprämie: 30 Euro pro Kuh, die wenigstens drei Monate auf der Alm steht

Ukraine: Bergleute haben ausgedient

Die Kohlegruben in der Ostukraine gehören zu den gefährlichsten der Welt. Die Flöze in 1000 Meter sind mit hochexplosivem Methangas durchsetzt. Doch für bessere Sicherheitsmaßnahmen gibt es kein Geld.

Die Gewinne fließen in die Taschen der milliardenschweren neuen Stahlbarone und des Staates, der noch immer viele Gruben in eigener Regie betreibt. In der Krise verzichten die Herren über Gruben und Hütten zwar auf Entlassungen, dafür kürzen sie aber kräftig die Löhne. Mit weniger als 300 Euro Monatslohn können die Bergleute ihre Familien nicht ernähren.

Polen: Die Kinder von Zamosc

Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall der Deutschen auf Polen. In der Region Lublin wurden die Polen aus ihren Dörfern vertrieben, um Platz für deutsche Siedler zu machen.

Im Kreis Zamosc waren über 100.000 Personen betroffen, darunter 35.000 Kinder. Von diesen wurden mehrere Tausend von ihren Eltern getrennt, nach Deutschland gebracht und dort mit einer neuen Identität zur Adoption freigegeben. Von ihnen ist kaum jemand zurückgekehrt. Die Überlebenden in Polen haben sich im Verein „Die Kinder von Zamosc“ organisiert. Sie wollen die Erinnerung an die Verbrechen wach halten.

Belgien: Abgeordnete unterm Kopftuch

Sie ist die erste Frau mit einem Kopftuch in einem Parlament Europas: Mahinur Özdemir ist 26 Jahre alt, Tochter eines türkischen Gemüsehändlers im Brüsseler Einwanderer-Viertel Schaarbeek.

Im neuen Brüsseler Regionalparlament ist Mahinur Özdemir auch die jüngste Abgeordnete. Das Kopftuch hat nicht nur in Belgien die Diskussion um religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit, um Toleranz und Integrationspolitik neu entfacht. Ein Portrait über eine junge Frau, die in Belgien geboren ist und sich als Repräsentantin einer neuen selbstbewusst belgisch-muslimischen Einwanderergeneration sieht.

Deutschland: Kuhhandel auf der Alm

Peter Danks ist wohl der bekannteste Viehhirte in Bayern. Er praktiziert Basisdemokratie. Jeden Morgen lässt er die Kühe abstimmen, ob sie lieber draußen auf der Alm sein wollen oder im Stall - anti-autoritärer Hirtenstil.

Er hütet die Kühe von sieben verschiedenen Bauern. In den bayerischen Bergen gibt es derzeit so viele Rinder wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Reise auf den Berg lohnt sich für die Landwirte: Seit vergangenem Jahr zahlen EU und Landwirtschaftsministerium die sogenannte Weideprämie: 30 Euro pro Kuh, die wenigstens drei Monate auf der Alm steht

Ukraine: Bergleute haben ausgedient

Die Kohlegruben in der Ostukraine gehören zu den gefährlichsten der Welt. Die Flöze in 1000 Meter sind mit hochexplosivem Methangas durchsetzt. Doch für bessere Sicherheitsmaßnahmen gibt es kein Geld.

Die Gewinne fließen in die Taschen der milliardenschweren neuen Stahlbarone und des Staates, der noch immer viele Gruben in eigener Regie betreibt. In der Krise verzichten die Herren über Gruben und Hütten zwar auf Entlassungen, dafür kürzen sie aber kräftig die Löhne. Mit weniger als 300 Euro Monatslohn können die Bergleute ihre Familien nicht ernähren.

Spanien: Villa zum Spottpreis

Die Krise hat auch den spanischen Luxusort Marbella erreicht. Immer mehr Yachten im Hafen stehen zum Verkauf, und die einst unerschwinglich teuren Villen und Eigentumswohnungen werden zum Schnäppchenpreis angeboten.

Kaufwillige werden zu regelrechten Kaffeefahrten eingeladen. Auf dieser „Tour der Pfändungen“ lässt sich die spanische Immobilienkrise noch einmal im Schnelldurchlauf erklären: Es wurde viel zu viel gebaut, oft in fragwürdiger Lage, nur durchschnittlich ausgestattet, und vor allem - viel zu teuer.